Sturm in Deutschland: So sind die Schäden versichert

Immer häufiger kommt es zu schweren Unwettern in Deutschland. Sabine“ ist als erstes Sturmtief des Jahres 2020 in der Zeit vom 09.02. bis 11.02. bereits über Deutschland hinweggezogen. Glücklicherweise nicht so heftig wie befürchtet, sorgte der Sturm dennoch für zahlreiche Schäden in der gesamten Bundesrepublik.

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Sturm“, oftmals auch als „Starkwindereignis“ bezeichnet?

Die allgemeinen Versicherungsbedingungen für Wohngebäude verstehen darunter eine wetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8. Damit weicht der versicherungsrechtliche Begriff von den meteorologischen Begrifflichkeiten ab. Stärke 8 bedeutet nach der maßgeblichen Beaufortskala „stürmischer Wind, der Zweige von Bäumen bricht und das Gehen im Freien erheblich erschwert“.

Direkte Sturmschäden betreffen vor allem das Abdecken von Dächern oder beispielsweise Sachschäden durch umgeworfene Bäume. Für Menschen geht die größte Gefahr von umherfliegenden Gegenständen, herabfallenden Dachziegeln oder Ästen und umfallenden Bäumen aus. Aufgrund dessen ist es in der Regel am sichersten, sich für die Dauer eines Sturms im Inneren von Gebäuden aufzuhalten.

Die Windspitzen von „Sabine“ erreichten bis zu 178 km/h auf dem Feldberg und 170 km/h auf dem Brocken. Der Frankfurter Dom wurde durch den abgeknickten Teil eines Kran-Auslegers beschädigt, des Weiteren führte das Unwetter zu der Absage mehrerer Großveranstaltungen im Sport, unter anderem des rheinischen Bundesligaderbys zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln sowie des Skisprung-Weltcups in Willingen. Aufgrund des Orkans wurde der Schul- und Kitabetrieb am 10. Februar 2020 in mehreren Regionen Deutschlands eingestellt oder die Entscheidung, sein Kind in die Schule zu schicken, den Eltern überlassen.

Die meisten Hausbesitzer sind richtig versichert, doch welche Police kommt für Unwetterschäden an Haus oder Auto auf?
Wenn das Haus oder seine Nebengebäude durch Sturm ab Windstärke 8 (62 km/h) in Mitleidenschaft gezogen wurden, beispielsweise abgedeckte Dachziegel, beschädigte Fassaden und zerbrochene Fensterscheiben, kommt die Wohngebäudeversicherung für die Schäden auf.

Die Teilkaskoversicherung übernimmt Schäden am Auto, die durch Sturm oder auch Hagel entstanden sind. Ist das Blech verbeult oder die Scheiben kaputt, werden die Reparaturkosten für gewöhnlich in voller Höhe erstattet. Fahrzeughalter, deren Auto durch ein Unwetter beschädigt wurde, sollten die Schäden am besten anhand von Fotos dokumentieren und diese unverzüglich dem Versicherer melden.
Wenn Geschädigte aufgrund eines Sach- oder Personenschadens Ansprüche gegenüber einem Hauseigentümers geltend machen, kommt die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung zum Tragen. Sie prüft, ob ein Verschulden seitens des Hauseigentümers vorliegt und wehrt unberechtigte Schadenersatzansprüche ab oder stellt den Versicherungsnehmer im Falle eines berechtigten Anspruchs von der Haftung frei.

Damit es möglichst nicht zu einem Schadenereignis kommt, sollten Hausbesitzer ihr Hab und Gut im Rahmen der Möglichkeiten sichern. Schließen Sie Dachfenster, Fenster, Türen und Fensterläden und rollen Sie Markisen auf. Denken Sie daran, Gartenmöbel oder andere Gegenstände außerhalb des Gebäudes zu sichern und parken Sie Ihr Auto möglichst weit entfernt von Bäumen, im Idealfall in einer Garage.


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Quelle Text: wikipedia, dieversicherer.de