24. April 2019

70 Prozent der Unternehmen in Deutschland sind Cyberanfänger

von Katrin Möller am 24. April 2019, 06:58 ( 120 gelesen ) Keine Kommentare

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Im "Cyber Readiness Report 2019" der Hiscox Insurance Company Ltd. geben 61 Prozent der befragten deutschen Firmen an, 2018 Opfer eines Cyberzwischenfalls geworden zu sein. Im Vorjahr waren es bei der gleichen Studie nur 45 Prozent gewesen (VersicherungsJournal 7.2.2019).

„Dabei kommt ein Angriff selten allein“, sagte Tobias Tessartz, Technical Underwriter Cyber Hiscox, bei der Vorstellung der Studie. Man beobachte einen deutlichen Anstieg der Frequenz. Immerhin erlebten 2019 30 (Vorjahr: 20) Prozent der attackierten Unternehmen vier oder mehr Angriffe.

24 Prozent hatten einen Virus oder Wurm im eigenen System, 17 Prozent eine Ransomware-Attacke und 15 Prozent wurden Opfer einer DDoS-Attacke (Denial of Service, Nichtverfügbarkeit eines Internetdienstes).

In der Hiscox-Schadenstatistik entfallen 32 Prozent aller Schadenursachen auf die E-Mail-Kompromittierung, die dann 27 Prozent aller Schadenkosten ausmacht. Die teuersten Schäden verursachen Hacker. Hierauf entfallen zwar nur acht Prozent der Schäden, aber 38 Prozent der Kosten. „Hackerangriffe sind komplex und werden oft erst spät erkannt“, so Tessartz.

Ein Ergebnis der Umfrage ist zudem, dass Cyberschäden immer teurer werden. 369.000 US-Dollar (327.916 Euro; Vorjahr: 229.000 US-Dollar) kosteten die erlebten Cyberattacken pro Unternehmen 2018. Mit 906.000 US-Dollar (805.126 Euro; 494.000 US-Dollar) kamen die deutschen Firmen auf den höchsten untersuchten Durchschnittswert. Die Varianz der Schadenhöhen ist sehr groß. 2018 sei es im Wesentlichen ein Großschaden gewesen, der den deutschen Durchschnitt maßgeblich bestimmte. Eine deutsche Firma hatte Kosten für alle Vorfälle von 48 Millionen US-Dollar (42,7 Millionen Euro) gemeldet. Dies war der höchste Schaden in der Studiengruppe.

Unter einem umfassenden Schutz versteht Tessartz eine Police, die den Haftpflicht- ebenso wie den Eigen- und Vermögensschaden ersetzt. Zudem sollte sie Dienstleistungen zur Prävention, der IT-Forensik, der Krisen-PR, Rechtsberatung und zur Wiederherstellung der IT-Systeme bereitstellen.

Zwar wachse das Bewusstsein, aber die Schutzmaßnahmen seien noch unzureichend, so Tessartz. In 15 (31) Prozent der deutschen Unternehmen gebe es noch keinen Mitarbeiter mit definierter Cyberrolle. Nach einem Cybervorfall änderten 32 Prozent der deutschen Firmen nichts. „Sie zogen keine konkreten Lehren – das ist noch viel zu hoch“, so Tessartz.

Damit Sie nicht zum Cyberanfänger werden – sprechen Sie uns gern an. Wir stehen Ihnen mit weiteren Informationen zu diesem Thema zur Verfügung.

Katrin Möller
Team Wohnungswirtschaft

 

Quelle: www.versicherungsjournal.de

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