13. Dezember 2017

Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG)

von Steffi Radtke am 13. Dezember 2017, 07:04 ( 105 gelesen ) Keine Kommentare

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Was ändert sich in der bAV?

 

Das BRSG ist am 01.06.2017 durch den Bundestag beschlossen worden und tritt am 01.01.2018 in Kraft. Zentraler Inhalt des BRSG ist die Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung.

 

Besondere Schwerpunkte des BRSG sind nachfolgende Maßnahmenpakete:

 

1. Verbesserung der sozialversicherungs- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen

 

Verpflichtender Arbeitgeberzuschuss bei Direktversicherungen und Pensionskassen

§  bei Neuabschlüssen ab 01.01.2019 ist der Arbeitgeber zur Weitergabe der Sozialversicherungsersparnisse i.H.v. 15 % des umgewandelten Entgelts an den Arbeitnehmer verpflichtet, wenn Sie als Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung Ihres Mitarbeiters Sozialversicherungsbeiträge einsparen

§  ab dem 01.01.2022 gilt dies auch für Bestandsverträge

 

Anhebung des Fördervolumens

§  ab dem 01.01.2018 können insgesamt 8 % der BBG steuerfrei in eine Direktver-sicherung oder Pensionskasse eingezahlt werden

§  der bisher geltende Aufstockungsbetrag in Höhe von 1.800 € entfällt

§  Sozialversicherungsfrei bleiben wie bisher nur bis 4 % der BBG

 

Neugestaltung der Vervielfältigungsregel (§ 3 Nr. 63 S. 3 EStG)

§  beim Ausscheiden des Arbeitnehmers aus dem Dienstverhältnis

 

Steuerfreie Nachzahlung von entgeltfreien Zeiten (z.B. Elternzeit, Krankheit)

§  befindet sich Ihr Mitarbeiter in einer entgeltfreien Zeit, können Beiträge von bis zu 10 vollen Kalenderjahren steuerfrei nachgezahlt werden.

 

Förderbetrag für Geringverdiener

§  Sie als Arbeitgeber können einen Förderbeitrag in Höhe von 30 % des entrichteten Beitrags erhalten, wenn Sie einen Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 240 € bis 480 € pro Kalenderjahr leisten

§  dieser Förderbetrag ist an einige Voraussetzungen geknüpft:

– Der Arbeitgeberzuschuss muss zusätzlich zum Arbeitslohn erfolgen.

– Die Tarife müssen ungezillmert sein

– der laufende Arbeitslohn des Arbeitnehmers (ohne z.B. Urlaubs- oder

   Weihnachtsgeld) darf nicht mehr als 2.200 € p.m. betragen

 

2. Das Sozialpartnermodell (auch Sozialpartnerrente oder Tarifrente genannt)

 

Was beinhaltet das Sozialpartnermodell?

§  Möglichkeit der reinen Beitragszusage für Tarifvertragsparteien

§  ausschließlich Rentenzahlungen

§  verpflichtender Arbeitgeberzuschuss bereits für Neuabschlüsse ab 01.01.2018

 

Können Sie das Sozialpartnermodell in Ihrem Unternehmen anwenden?

Das Sozialpartnermodell ist eine völlig neue Form der betrieblichen Altersversorgung. Um eine Sozialpartnerrente für Ihre Mitarbeiter einrichten zu können, muss das Unternehmen tarifgebunden sein.

Nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer können sich einem im Tarifvertrag geregelten Sozialpartnermodell anschließen. Voraussetzung dafür ist, dass ein „einschlägiger“ Tarifvertrag vorliegt, der den Einschluss nicht tarifgebundener Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausdrücklich vorsieht.

 

Am 14.03.2018 findet ein TVD-Infotag rund um das Thema Betriebsrentenstärkungsgesetz statt. Die Einladungen werden Ihnen rechtzeitig zugesandt.

 

 

TVD GmbH

Stefanie Radtke, Betriebliche Altersversorgung

Tel. 0361/26240-0, E-Mail: info@tvdonline.de

Website: www.tvdonline.de

 

Quellen: Versicherungsjournal, GdV, Allianz, Alte Leipziger

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